Gut für dich, gut für die Umwelt: So wäschst du Kleidung nachhaltig. – ConvenientStyle

Wie wasche und pflege ich meine Kleidung nachhaltig?

Für alle Fans von nachhaltiger Mode haben wir jetzt eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte gibt’s traditionell zuerst, daher: Beim Shoppen auf eine Produktion mit nachhaltigen Standards zu achten, ist großartig – aber da ist noch Luft nach oben.

Denn egal, ob Neuzugänge oder die Lieblingsteile, die du seit der Teeniezeit nicht missen möchtest im Kleiderschrank: Die nachhaltige Pflege deiner Kleidungsstücke trägt einen erheblichen Teil dazu bei, den Fußabdruck der von dir getragenen Mode zu verringern. Es ist nämlich nicht die Herstellung, sondern tatsächlich das Waschen, Trocknen und Bügeln, das einen Großteil des Energieverbrauchs ausmacht, der auf die einzelnen Teile entfällt. 

Aber bevor du jetzt verzweifelst: Die gute Nachricht ist, dass schon ganz einfache Tipps helfen, Kleidung nachhaltig zu waschen und zu pflegen. Deshalb aufgepasst, es gibt gleich nämlich den Full Service: Hier sind die besten Tipps für nachhaltiges Waschen, geeignete Pflegeprodukte, selbstgemachtes Waschmittel und Co.!

Deine Lieblingsteile: Gekommen, um zu bleiben!

Durch die richtige Pflege betreibst du einerseits aktiv Umweltschutz, da du weniger Wasser und Energie verbrauchst und weniger Schadstoffe ins Grundwasser gelangen. Andererseits schonst du dadurch auch Fasern und Nähte, sodass deine Kleidung möglichst lang ein schönes Leben an deiner Seite genießen kann. Weniger Neukäufe sind wiederum ebenfalls besser. Du siehst: Nachhaltiges Waschen und Pflegen von Textilien hat jede Menge Vorteile. Wir zeigen dir, wie es richtig geht.

 So wäschst du eco-friendly

Um den Energie- und Wasserverbrauch pro Waschladung zu minimieren, musst du nicht zwingend eine ganz neue Maschine kaufen. Erstmal lohnt sich ein Blick in die Bedienungsanleitung, wo in vielen Fällen die Verbrauchswerte der einzelnen Programme aufgeschlüsselt sind. Grundsätzlich empfiehlt es sich aber immer, das Eco-Programm sowie je nach Beladung auch die Mini- und Kurzwaschfunktion zu nutzen.

Voll oder leer? Heiß oder kalt? Dreh an den richtigen Stellschrauben!

Auch die Frequenz der Waschgänge macht einen großen Unterschied. Du solltest daher erst Schmutzwäsche ansammeln, um die Waschmaschine möglichst voll zu machen. Das ist auch besser für die Fasern, da bei leereren Maschinen starke mechanische Reibung entsteht, die deine Kleidung beschädigen kann. 

Zusätzlich lohnt sich immer der Blick auf die Pflegeettiketten, aber Achtung: Sie geben die höchstmögliche Temperatur an, du kannst aber auch weniger heiß waschen. Besonders Waschgänge bei 20 oder 30 Grad sind im Vergleich viel energiesparender. Das reicht für leicht verschmutzte Kleidung völlig aus.

Bei stärkeren Flecken heißt das Motto: Vorbehandeln wäscht dich von deinen Sünden rein ;-) Am besten gleich nach dem Kleckern so schnell wie möglich mit etwas Wasser und Spülmittel auswaschen. Ist der Fleck schon eingetrocknet, gib eine kleine Menge Waschmittel in Wasser und lass das Kleidungsstück darin einwirken. Und bei den ganz hartnäckigen: Mit Salz und kaltem Wasser geht es sogar Rotwein an den Kragen.

Du musst also nicht unbedingt immer mit hohen Temperaturen waschen. Auch für die Maschine selbst ist es ausreichend, sie nur ein oder zweimal im Monat auf 60 Grad laufen zu lassen, damit auch die Wäschetrommel selbst wieder superfrisch und sauber ist.

Weniger ist mehr: Dein Kleiderschrank wird’s lieben!

Wäsche auch mal in der Sonne trocknen lassen

Lass deine Wäsche einfach auch mal in der Sonne trocknen.

Insgesamt weniger zu waschen sorgt nicht nur für einen geringeren Wasser- und Energieverbrauch, sondern schont auch deine Textilien. Bevor du das nächste Mal getragene Teile direkt zur Schmutzwäsche gibst, versuche es also mit Auslüften oder lege sie erst einmal nochmal auf den berühmten Stuhl. Wenn sie am nächsten Tag den Geruchstest bestehen, kannst du sie direkt zurück in den Schrank legen und trägst so zur Langlebigkeit deiner Kleidung bei.

Sollte sich ein Teil doch nicht mehr so frisch anfühlen, kannst du ebenso mit Alternativen Abhilfe schaffen. Jeans, die fleckenfrei sind, können beispielsweise ihre Reise ins Gefrierfach antreten. Die eisigen Temperaturen dort eliminieren Gerüche zuverlässig, während die Hose ihre Form behält und nicht erst wieder weiter werden muss nach dem Waschen. Bequem für dich und besser für die Umwelt!

Auch Sachen, die nur ein bisschen zerknittert sind, müssen nicht direkt auf den Stapel fürs Bügeln. Das solltest du sowieso nicht zu häufig machen – nicht nur, weil es Strom spart, sondern auch, weil es schlecht für die Textilien ist. Du schlägst also zwei Fliegen mit einer Klappe, wenn du Kleidungsstücke mit ein paar Knitterfalten stattdessen beim Duschen im Bad aufhängst. Dort erledigt nämlich der Wasserdampf das Glätten der Falten und du kannst dir die Abende mit zu viel Bügelwäsche und schlechten Filmen in Zukunft sparen.

Apropos sparen: Das solltest du auch bei der Benutzung von Trocknern. Vor allem im Sommer wird deine Kleidung im Handumdrehen auch auf dem Wäscheständer trocken. Deinen Klamotten geht’s nämlich wie dir: Einfach mal in der Sonne chillen spart echt jede Menge Energie. Zusätzlich ist es auch schonender für die Fasern, womit du deine Sachen wiederum langlebiger machst.

Mama knows best – die Pflegeettiketten wissen aber auch, was Sache ist

Du solltest nicht nur ein Auge auf die Temperatur haben, sondern auch auf mögliche Hinweise für Feinwäsche, die durch Linien unter der Gradangabe dargestellt sind. Die Kleidungsstücke vorzusortieren und auf der richtigen Temperatur und ggf. im Feinwaschgang zu waschen, schont die Fasern und beugt auch dem Einlaufen von Textilien vor. Denn ja, Croptops sind in, aber die neue Bluse fürs Vorstellungsgespräch und der Weihnachtspulli von Mama müssen nicht unbedingt in der Version bauchfrei aus der Maschine kommen. 

Die besonderen Sensibelchen in unserem Kleiderschrank wie BHs oder beispielsweise Teile mit Spitze freuen sich zudem über die besonders sanfte Methode: Mit Wäschenetzen ist deine Kleidung besonders gut geschützt und bleibt länger schön.

Let’s get chemical: So machst du beim Waschmittel alles richtig

Nachhaltiges Waschmittel selber machen schont die Umwelt

Nachhaltiges Waschmittel selber herstellen ist im Handumdrehen gemacht.

Palmöl? Genmanipulierte Enzyme? Fruchtbarkeitsschädigende Borverbindungen? Klingt eher wie ein Horrorfilm und nicht wie etwas, das wir an unsere Lieblingskleidung und an unsere Haut lassen möchten. Deshalb solltest du genauer auf die Inhaltsstoffe von Waschmitteln schauen, um auch hier nachhaltige Alternativen zu finden.

Achte darauf, dass gekaufte Produkte vegan, ohne Mikroplastik und mit möglichst hautschonenden Inhaltsstoffen hergestellt sind. Zusätzlich gilt: Zu viel ist Verschwendung, denn hier gilt nicht „viel hilft viel“. Aber auch mit „weniger ist mehr“ fährst du nicht immer richtig: weniger Produkt als vom Hersteller empfohlen zu verwenden kann tatsächlich für deine Kleidungsstücke ebenfalls schädlich sein.

Du kannst dir aber auch ganz einfach eine eigene Alternative herstellen, bei der du auf Nummer sicher gehen kannst.

Selbst ist die umweltbewusste Person von heute: So kannst du nachhaltiges Waschmittel selber herstellen

Für nachhaltiges selbstgemachtes Waschmittel benötigst du nur Kernseife ohne Palmöl, Waschsoda, etwas ätherisches Öl und Wasser. Beliebt ist auch die Zugabe von Zitronensäure und Gallseife, die du allerdings mit veganer Seife problemlos ersetzen kannst.

Wenn du es noch natürlicher möchtest, sind vielleicht Kastanien etwas für dich. Ja, richtig gehört: Der nächste Herbstspaziergang könnte dich ein paar Schritte näher zur nachhaltigen Pflege deiner Kleidung bringen. Kastanien enthalten nämlich Naturtenside, die Fette und Schmutz lösen können. Dabei sind sie geruchsneutral.

Pro Waschgang reichen schon etwa fünf frische Kastanien, die du mit lauwarmem Wasser zu einer Art Seife verarbeiten kannst. Inzwischen bieten beispielsweise Bauernhöfe auch einen Vorrat an getrockneten Kastanien an, damit du ganzjährig dein nachhaltiges Waschmittel damit herstellen kannst. Eine frische Duftnote kannst du auch dieser Variante mit ätherischen Ölen verleihen.


Was sagst du, waren das genug gute Nachrichten? Wie du siehst, helfen schon kleine Veränderungen für eine nachhaltige Pflege deiner Kleidung. So gehst du einige große Schritte weiter in die richtige Richtung, die du bei neu gekaufter Mode vielleicht auch schon eingeschlagen hast. Mit diesen Tipps und nachhaltigen Pflegeprodukten tust du deiner Haut, deinem Portemonnaie und dem Planeten gut. Eine saubere Sache, würden wir sagen! 

Titelbild von Dan Gold. Weitere Bilder von Bruno Nascimento und Matthew Tkocz.

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